Angelverein Linx e.V.

Der Anglerverein Linx wurde als Angelsportverein in der Gründungsversammlung am 14.10.1947 in der Blume in Linx gegründet.

Ältere Aufzeichnungen im Gemeindearchiv der Stadt Rheinau belegen jedoch, dass Gewässer auf Gemarkung Linx an Privatleute verpachtet wurden. Vereinsgewässer waren also bereits vor Gründung des Angelsportvereines vorhanden.

Vor der Tullaschen Rheinregulierung sorgten Hochwasser des Rheines dafür, dass Gemarkungsflächen unterhalb des Hochgestades regelmäßig überflutet wurden. Für einen berufsmäßigen Fischfang reichte dies jedoch nicht. Aus diesem Grund gab es in Linx keine Fischerzunft, wie in den Rhein angrenzenden Dörfern in der näheren Umgebung.

Der Angelverein e.V. ist einer der jüngeren Vereine in Linx. Vereinsgewässer waren keine vorhanden. Fließgewässer, wie Ablassgraben (vom Einlauf der Leutesheimer Mühle bis in den Diersheimer Mühlbach), der Rinnbach und der Flussgraben waren von der Gemeinde an Privatleute verpachtet. Ebenso die Reese, ehemaliger Hanfrötzen, an der Straße nach Leutesheim. Der Mühlbach, welcher die Gemarkungsgrenze zu Leutesheim bildet, wurde immer an Leutesheimer Berufsfischer verpachtet.

 

Das Fischereirecht liegt bis heute auf Leutesheimer Seite und wird von dort verpachtet.

Einer dieser privaten Wasserpächter war Karl Härrer, Großvater unseres späteren lange Jahre 2. Vorsitzenden Klaus Härrer, der leider allzu früh mit 50 Jahren verstorben ist. Karl Härrer tätigte die ersten Fischbesätze im Holersee und in der Hanfrötze. Bei Bachabschlag im Rinnbach oder bei Trockenheit in den Sommermonaten, wenn dieser kein Wasser führte und der gesamte Fischbesatz sich in einzelnen Vertiefungen sammelte, bewahrte er die Fische vor ihrem sicheren Erstickungstod. Karl Härrer fischte ab und setzte die Fische in die Kiesgrube, dem heutigen Holersee oder in die Hanfrötze ein. Man beachte, dass auch früher schon Tier- und Umweltschutz betrieben wurde.

1948 wurde der Antrag zur Aufnahme in den Landesfischereiverband (LFV) gestellt. Seit dieser Zeit ist der Anglerverein dort Mitglied. Absicht der Vereinsgründung und auch der Aufnahme in den Landesfischereiverband war, dass man bei den Versteigerungen in Leutesheim an die Gewässerstrecke des Mühlbaches auf Gemarkung Linx diese anpachten könnte. Voller Hoffnung fuhr man 1949 zur Versteigerung nach „Litze“, um dort mitzusteigern. Enttäuscht musste man jedoch zusehen, wie der gesamte Mühlbach an Berufsfischer aus Leutesheim für weitere 12 Jahre verpachtet wurde.

 

Das Fischereirecht des Mühlbaches liegt bis heute auf Leutesheimer Seite.

 

1961 konnte der Verein sein erstes Gewässer anpachten. Durch Kiesentnahme entstand bei den beiden Siedlerhöfen der Holersee. Er hat eine Größe von ca. 1 ha und ist an der tiefsten Stelle 3,50 m tief.

Durch vereinsinterne Unstimmigkeiten wurde eine Mitgliederversammlung am 12.09.1961 im Gasthaus Ochsen in Linx einberufen. 21 Mitglieder waren erschienen. Zum 01. Vorsitzenden wurde Albert Lasch gewählt. Durch das Anpachten des Holersees und das unaufhörliche Wirken des 1. Vorsitzenden ging es mit dem Angelsportverein stetig bergauf. Unter seiner 20jährigen Leitung wurden alle Vereinsgewässer, wie wir sie heute vorfinden, angepachtet. Das Fischwasser Holersee wurde komplett angelegt. Bereits 1964 hat Albert Lasch als Vorsitzender einen Antrag zum Bau eines Anglerheimes gestellt. Nachdem abzusehen war, dass die Errichtung eines Anglerheimes am Holersee keine Genehmigung erfahren konnte, wurde der Bauantrag von der Gemeinde Linx gestellt mit der Begründung, dort gemeindeeigene Geräte und landwirtschaftliche Geräte des Siedlers Berger, welcher sich in unmittelbarer Nähe befindet, unterzustellen.

 

Das erste Anglerheim entstand aus dem Abbruch des Sporthauses vom Sportverein Linx. Der Angelsportverein hat den Abbruch übernommen und mit dem Holzmaterial wurde das erste Anglerheim am Holersee errichtet. In den folgenden Jahren wurde das Vereinsheim mehr und mehr erweitert. Unter der Überdachung wurde eine Tanzbühne errichtet.

 

Wettfischen am Holersee
Wettfischen am Holersee

 

In den 70er, 80er und zum Teil noch in den 90er Jahren war die Zeit der „Großen Wettfischen“. Auch in Linx am Holersee war dies alljährlich der Fall. Für die gewichtmäßig am meisten gefangenen Fische gab es beachtliche Preise zu gewinnen. Bis zu 250 Angler aus Baden und dem Elsass versammelten sich dabei um den Holersee. Durch die eng gesteckten Plätze kam es auch das eine oder andere Mal zu Handgreiflichkeiten und Streitereien. Viele Anglerschnüre wurden dabei mit Messern oder Zigarettenglut durchtrennt.

1976 erhielt Albert Lasch die Ehrenurkunde des Landesfischereiverbandes. Für seinen unermütlichen Einsatz wurde er 1981 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Gleichzeitig erhielt er von Seiten des Landesfischereiverbandes die Goldene Ehrennadel. 1987 bekam er auch für sein langjähriges Wirken als aktiver Musiker die Ehrenmedaille des Landes Baden-Württemberg überreicht.

 

Hugo Lutz, in dieser Zeit Schriftführer beim Angelsportverein und hauptberuflich Architekt, fasste alle erbauten Gebäude am Vereinsheim durch einen ordentlichen Bauantrag zusammen. Wie schon in der Vergangenheit erwähnt, wurde der Bauantrag auf den Namen der Siedlerfamilie Sänger/Berger gestellt. Durch die Landwirtschaft der überbauten Fläche konnte eine Genehmigung im Außenbereich  erteilt werden. Ihm und all seinen Vorstandskollegen aus dieser Zeit müssen wird dankbar sein, dass dort so gehandelt wurde.

 

Albert Lasch erreichte durch Vorsprache bei den Leutesheimer Berufsfischern, dass diese 12 Mitglieder des Angelsportvereines Linx auf der Gemarkungsstrecke Linx am Mühlbach fischen durften. Von den Berufsfischern wurde seinerzeit verlangt, dass diese 12 Vereinsmitglieder im Besitz eines Fischereischeines sein müssen.

 

Geselligkeit stand neben den vielen Anglerfesten im Vordergrund. 1976 entschied sich die damalige Vorstandschaft, die Vereinsform als einen eingetragenen Verein beim Amtsgericht Kehl zu führen. Dem Antrag stimmte das Amtsgericht so zu. Fortan wurde der Verein als Angelsportverein Linx e.V. geführt.

Der Erlensee in Linx
Der Erlensee in Linx

1981 wurde Albert Lasch von Rudi Benz als Vorsitzenden abgelöst. Rainer Haag wurde Schriftführer. Eine junge Vereinsführung löste Namen wie Erwin Müller und Walter Sänger und Hugo Lutz  ab. Unter der Leitung von Rudi Benz wurde großer Wert auf ordentliche Fischbesätze in den beiden Vereinsgewässer Holersee und dem (derzeit noch im Betrieb befindlichen) Kieswerk Glaser gelegt.

 

 

Der Anglerverein konnte das Vereinsgewässer Glasersee 1972 von der ehemaligen selbständigen Gemeinde Linx anpachten.1993 wurde das Kieswerk still gelegt.

Heute heißt dieser See Erlensee.

In dieser Zeit wurde unter der Federführung des Unternehmers Hans Weber die Hölzelhalle und das Hölzelstadion errichtet (heute Hans-Weber-Halle und Hans-Weber-Stadion). Zwischen Halle und Stadion sollte nach Wunsch von Hans Weber eine Vereinsüberdachung errichtet werden. Diese wurde gemeinsam mit den anderen Linxer Vereinen, auch mit Mitgliedern des Angelsportvereins, durchgeführt. Dazu wurde eine Vereinsgemeinschaft gegründet. Von Seiten der Angler wurde immer Wert auf gute Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen gelegt. Ohne Eigennutz und Zurückhaltung haben wir uns damals zur Vereinsgemeinschaft „Vereinsüberdachung“ entschieden und mitgewirkt. Jeder braucht jeden, das soll auch über unsere 875Jahr-Feier und darüber hinaus bleiben. Im Bereich einer Dorfgemeinschaft kann und sollte man sich nicht absondern. An dieser Stelle danken wir auch dem Gemischten Chor und dem Musikverein für ihre Beiträge an unseren Vereinsfesten.

von links:    Bernd Hennenberger, Willi Sinthern, Kurt Lasch, Karl Dietrich
von links: Bernd Hennenberger, Willi Sinthern, Kurt Lasch, Karl Dietrich

Bernd Hennenberger wurde 1985 Vorsitzender des Angelsportvereins. Seit 1978 war er Beisitzer. Bernd Hennengberger war noch jung, aber voller Tatendrang. Seine Ziele waren „richtiges Fischen“ und „der Umgang mit der Kreatur Fisch als Tier“. Aus diesem Grund wurde unter seiner Leitung der Angelsportverein Linx in den Angelverein Linx e.V. umfirmiert. Laichplätze in den beiden Seen wurden angeleg

Wie schon von seinem Vorgänger Rudi Benz betrieben, wurden unter ihm auch weiter jährliche Anglerfeste durchgeführt. Durch die laufenden Erweiterungen am Anglerheim im Holer, konnten diese Feste ohne Errichten eines Zeltes durchgeführt werden. Der in diesen Jahren zuständige Kassierer, Hermann Brattge, konnte finanzielle Erfolge verbuchen. Kurt Manßhardt ist 2.Vorstzender. Es ist schon zur Tradition geworden, dass die 2. Vorsitzenden sich um die Organisation und den wöchentlichen Ablauf des Vereinsheims kümmern. Auch Kurt tat dies mit Unterstützung seiner Frau Rosemarie. Alljährlich konnte man beide bei den  traditionellen Backfischfesten beim Zubereiten der Backfische antreffen.


Kurt starb nach einer heimtückischen Krankheit 2004 mit 68 Jahren.


1986 verstarb unser längjähriges Vorstandsmitglied Erwin Müller. Erwin wusste und sah, was geschah im und um unsere Vereinsgewässer. 1997 wurde ein großes Fest gefeiert – 40 Jahre Angelsportverein Linx e.V. Eine Festschrift wurde erstellt. Der Verein bestand damals aus 58 aktiven und 58 passiven Mitgliedern sowie 5 Ehrenmitgliedern. Die Jugendarbeit beginnt unter der Leitung von Bernd Hennenberger. Unter anderem werden Nistkästen mit den Jugendlichen gebaut und in den umliegenden Wäldern aufgehängt.

Aus den Archivakten der Stadt Rheinau ist zu entnehmen, dass bereits 1935 ein Fischweier mit einer Größe von 18,75 ar geplant wurde. Er befand sich an der Gemeindeverbindungsstraße nach Leutesheim im Gewann Holer. Der Holergraben diente als Zu- und Abfluss. Bis zur Verfüllung mit Hausabfällen und anderem Unrat wurden im See hauptsächlich Karpfen gehalten. Beim Abzug der Offiziere aus der französischen Kaserne in Linx, wurde von dort zusätzlicher Müll im See entsorgt. Die Fischereinutzung war spätestens um 1970 beendet. Heute ist die Seefläche komplett eingeebnet und wird als Wiese genutzt. Im Zuge der „Altlastenerkundung Hausmüllflächen“ wurde die Verfüllung als unkritisch eingestuft.

Zander im Erlensee Foto: Dr. Engelbert Koch
Zander im Erlensee Foto: Dr. Engelbert Koch

1993 wird Bernd Hennenberger durch Rainer Haag als Vorsitzender abgelöst. Mit jährlichen Vorbereitungslehrgängen will man den Jugendlichen aus Linx und der näheren Umgebung die Möglichkeit geben, durch den Vorbereitungslehrgang die Fischerprüfung abzulegen. Seit vielen Jahren ist die Fischerprüfung Grundvoraussetzung, um einen Jahresfischereischein zu erhalten. Mit Wolfgang Walter und heute mit Arne Jülk wird eine kontinuierliche Jugendarbeit durchgeführt.

Die Vorstandschaft hat stets ein offenes Ohr, wenn es um Jugendarbeit oder Förderung für diese geht. Arne Jülk hat es in den letzten Jahren geschafft, ca. 15 Jugendliche  zu betreuen.

Dies ist in einer Altersstruktur von 8 bis 16 Jahren wahrlich keine leichte Aufgabe. Als Vorsitzender bin ich deshalb Arne hierfür sehr dankbar. Speziell für die Jugendarbeit wurde im Bereich der Tanzbühne ein Jugendheim errichtet. Dieses steht für die Jugendarbeit dem Jugendleiter und seinem Team sowie den Jugendlichen jederzeit zur Verfügung

Seit 2001 ist Karl Stiller 2.Vorsitzender. Ihm ist es zu verdanken, dass wieder mehr Aktivitäten im Vereinsheim durchgeführt werden. Er erledigt alle Besorgungen im und ums Anglerheim. Mit seinen Mitstreitern, Rudi Benz und Roland Müller ist jede Woche ein reibungsloser Ablauf gesichert.

Mit seinen anderen Helfern - hier besonders zu erwähnen Karl Heinz Sänger - werden die wiederkehrenden Arbeiten rund um den Holersee erledigt.


Neben der bestehenden Überdachung wurde ein ortsgebundener Grillplatz angelegt. Alle Linxer Vereine haben die Möglichkeit diesen einmal jährlich kostenlos zu nutzen.

Vor 2 Jahren wurde das Dach des Vereinsheimes zur Gewinnung von regenerativer Energie zur Verfügung gestellt. Mit den jährlichen Einnahmen soll die Vereinskasse aufgebessert und entsprechende Fischbesätze getätigt werden.

Das Vereinsheim am Holersee
Das Vereinsheim am Holersee

 

Mein Dank gilt auch dem gesamten Vorstandsteam, welches aus 7 Vorstandsmitgliedern besteht. Ebenso Dank gilt den Familien der beiden Nachbarhöfen, Sänger-Schwarz und Will.

 

Heute gibt es neben der Sonntagvormittagsrunde jeden Freitagabend den Männerstammtisch. All denjenigen, die dazu beigetragen haben und auch heute noch dazu beitragen, dass diese geselligen Stunden möglich sind, gilt unser aufrichtigster und herzlichster Dank. Ohne die vielen Hände, die dafür sorgen, dass im Vereinsheim alles ordnungsgemäß abläuft, wäre dies nicht möglich. Viele der aktiven Angler, welche bereits verstorben sind, oder auch diejenigen, die heute noch leben, können gar nicht aufgezählt werden. Deshalb möchten wir an dieser Stelle auch namentlich niemand benennen.

 

Der Angelverein Linx e.V. besteht im Jubiläumsjahr aus:
56       Aktiven- und
51       passiven Mitgliedern sowie
  6       Ehrenmitglieder : Rudolf Benz, Günter Häfele, Eberhard Hopf,

           Robert Lasch, Roland Müller und Walter Sänger

           Rainer Haag, 1. Vorstand

 

Ansprechpartner:

Rainer Haag

Ortsvorsteher

Rathaus Linx

Tullastraße 21

77866 Rheinau-Linx

Tel. +49 (0) 7853 312

Fax +49 (0) 7853 998832

info@ov-linx.de

 

 

Dieter Heidt

Schriftführer

Grasweg 5

77866 Rheinau-Linx

Tel. +49 (0) 7853 1441

heidtdieter@t-online.de

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