Freiwillige Feuerwehr Abteilung Linx

Die Linxer Feuerwehr von 1846 bis heute

Sankt Florian
St. Florian,Schutzpatron der Feuerwehren

Die Geschichte der Feuerwehren geht bis ins Mittelalter zurück. Im 13. und 14. Jahrhundert gab es erste Feuerlöschverordnungen. Diese beinhalteten beispielsweise, dass abends ab einer bestimmten Zeit Feuer ausgemacht werden musste. Als Ausrüstung standen damals Ledereimer, Wasserfässer und Feuerhaken zur Verfügung. Ab dem 14. Jahrhundert gab es einfache Spritzen. Im 17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, der aus Leder genäht war.

 

 

Die älteste Feuerwehr in Deutschland lässt sich in Saarlouis 1811 nachweisen. Der Begriff Feuerwehr leitet sich aus der Landwehr ab die bereits feuerwehrtechnisch ausgebildet war.  

 

Sucht man nach Gründungsnachweise der Feuerwehren im Hanauerland, dann muss man in alten Gemeinderechnungsbüchern nachsehen, denn Gründungsurkunden sind nicht zu finden.

Erster Nachweis der Linxer Feuerwehr

Auszug aus dem Gemeinderechnungsbuch
Auszug aus dem Gemeinderechnungsbuch

Erste Nachweise zum Bestehen einer Feuerwehr in Linx stammen aus dem Gemeinderechnungsbuch aus dem Jahre 1846. Dort sind auf Seite 163 unter „Ausgaben für die Gemeindewirtschaft“ folgende Anschaffungen nachgewiesen:                                                                        

- Zahlung an Feuerschlauchkommission 10,30fl.

- Schmiedemeister Schütz für Unterhaltung der

  Feuerspritze 4 fl Jahreslohn.

- Schmidt Michael Gabriel für Reparatur an   

  Feuerleiter 5,24 fl.

- 2 Neue Feuerhaken 4,40 fl - 2 Gabeln 1,48 fl

 

1875 mussten neue Schläuche angeschafft werden.

 

1884 musste auf Anordnung des Feuerschauers Fessler für die Feuerspritze zwei Leinen, zwei Schläuche, 600 Pechkränze und 12 Fackeln angeschafft werden.

 

1885 wurden für Linx und Hohbühn zwei neue Feuerwehrleitern gekauft.

 

1886 wurden auf Anordnung des Bezirksrates Kacken, Karste, Greife mit langen Stielen angeschafft um im Falle eines Brandes Heu und Stroh auseinander zu ziehen.

 

1909  Feuerlöschinspektor Stenftennagel überprüft die Löschmannschaft und die Gerätschaft.

 

1914 wurden die Bürgermeisterämter beauftragt, in ihrem Dorf eine Löschmannschaft zu stellen. Wie groß die Mannschaftsstärke war ist nicht bekannt.

 

fl = Florin (Gulden) kr = Kreuzer

Regelungen für den Brandfall

 

1916 mussten sich zur Bekämpfung von Bränden bestimmte Einwohner durch Glockengeläut oder durch Trommeln beim Bürgermeister melden und wurden dann zur Brandstelle geführt. Die Einwohner wurden angewiesen, beim Herausgehen auf die Felder, Schaufeln und Spaten mitzunehmen um bei Erntebränden das Feuer ausschlagen zu können.

 

Für Feueralarm per Trommel waren zuständig:

Michael Heidt, Karl Gabriel

 

Für Sturmläuten in der Kirche waren zuständig:

Georg Heidt, Georg Gerber, Georg Hennenberger, Friedrich Heidt, Karl Heidt.

 

In der Rettungsmannschaft waren:

Karl Lacker, Karl Burgmann, Johann Manshardt, Georg Geyer, Michael Senn, Johann Arbogast, Johann König, Wilhelm Hechler, Georg Gabriel, Georg Hechler.

Wachmannschaft der geretteten Gegenstände:

Georg Manßhardt, Michael Waag, Jakob Manshardt, Johann Waag, Emil Utsch.

Bildergalerie

Informationen zu den Bildern erhalten Sie durch das Klicken auf die Bilder.

Die erste Motorspritze

 

Am 28. März 1930 wurde eine Kleinmotorspritze gekauft.

Ab 1931 wurde die Linxer Feuerwehr ständig vergrößert. Unter den Kommandanten Michael Senn und Karl Hetz wurde auch eine Tragkraftspritze und erstmals ein Feuerwehrauto Marke VW gekauft.

Am 11. Juli 1940 wurde eine Metz-Kraftspritze angeschafft.  

Von 1962 bis 1974 war Karl Hetz Kommandant der Linxer Feuerwehr, die damals in einem Geräteschuppen in der Holzhauserstraße 1, dem damaligen Armenhaus untergebracht war. Später wurde ein Schlauchtrocknungsturm gebaut. Der Brandschutz wurde mit einem von einem Traktor gezogenen TSA ausgeübt. 1961 hatte man einen VW Bus mit Schlauchanhänger. 1977 bekam die Linxer Wehr einen Ford Transit mit TS. Mit diesen Fahrzeugen errang die Linxer Wehr bis 1983 etliche Leistungsabzeichen in Gold Silber und Bronze. 

 

Die Kommandanten bzw. Abteilungskommandanten der Linxer Feuerwehr

Michael Senn ist uns als erster Kommandant der Linxer Feuerwehr bekannt.

Er war bis 1962 Kommandant.

Am 25. Mai 1974 wurde im Gasthaus zur Blume Kurt Lasch als Nachfolger von Karl Hetz zum Linxer Feuerwehrkommandant und Werner Gartner zum Stellvertreter gewählt. Versammlungsleiter war der damalige Ortsvorsteher Michael Haag. Personell stand es damals nicht zum Besten. Posten wie Kassierer, Schriftführer, Feuerwehrausschuss, all das gab es damals nicht, die Posten wurden bei weiteren Versammlungen eingeführt.

 

Vom Kommandant zum Abteilungskommandant

 

Kurt Lasch war der letzte Linxer Feuerwehrkommandant. Nach der Gemeindereform und der Bildung der Stadt Rheinau 1975 wurden die Feuerwehren der Rheinauer Teilorte Linx, Diersheim, Rheinbischofsheim, Honau, Holzhausen, Hausgereut, Memprechtshofen und Helmlingen unter die Kommandantur des Rheinauer Kommandanten Karl Dusch gestellt.

 

Fortan wurden die Kommandanten der einzelnen Wehren Abteilungskommandant genannt.

 

Auf der Suche nach einem neuen Feuerwehrgerätehaus wurde der leer stehende Farrenstall ausfindig gemacht. Er wurde aufwendig renoviert und mit einem großen Festakt war 1977 Einzug in der Tullastraße 11 im neuen Feuerwehrheim. In den Folgejahren lag der Schwerpunkt bei Anschaffungen und in der Ausbildung, die mit Leistungsabzeichen belohnt wurde. So erwarben 50 Prozent der Linxer Löschmänner das goldene Leistungsabzeichen. Während umliegenden Wehren Jugendabteilungen einrichteten, gelang es den Linxer Kommandanten stets, durch gezielte Werbung Nachwuchs zu generieren um so stets die Sollstärke zu erreichen. Unter der Amtszeit von Kurt Lasch wurde die Zusammenarbeit mit dem DRK-Ortsverein und der Werksfeuerwehr der Firma Weber Haus intensivieret. Gemeinsame Proben waren fester Bestandteil von Löschübungen um im Ernstfall auf alles vorbereitet zu sein.

 

Am 14. Januar 1984 endete die Kommandantur von Kurt Lasch und Stellvertreter Werner Gartner. Kurt Lasch hatte das Amt zehn Jahre mit viel Engagement ausgeübt.

Im Beisein vom Bürgermeister Meinhard Oberle und dem Rheinauer Stadtkommandant Gerhard Blechner wurden als Nachfolger der damals 28-jährige Günther Zimmermann zum Kommandant und Wolfgang Lasch als Stellvertreter gewählt. Damit war der behutsam eingeleitete Generationswechsel vollzogen.

 

1985 wurde der Mannschaftsraum auf eigene Kosten umgebaut. Aus- und Weiterbildung standen fortan im Mittelpunkt der Linxer Wehr.

 

Mit einem großen Festakt, einer Oldtimer-Feuerwehrshow und einem Spiel ohne Grenzen wurde vom 6. bis 8. Juni 1997 auf dem Festplatz der Hölzel- Sportanlage das Gründungsfest 150 Jahre Feuerwehr Linx gefeiert. Zwar war man, nach Jahreszahl ein Jahr zu spät dran aber der 1996 gefundene Geschichtsnachweis ließ ein Fest in diesem Jahr zeitmäßig nicht mehr zu.

 

Das von Abteilungskommandant Günther Zimmermann und seinem Festteam akribisch geplante Fest war der bisherige Höhepunkt der Linxer Feuerwehr.

 

Im Rahmen des Festaktes wurde Kurt Lasch zum Ehrenkommandant befördert.

Günther Zimmermann wurde mit der Ehrennadel in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet.

 

 

Fahrzeuge der Linxer Wehr

Als im Jahre 1998 die Abt. Linx, durch die Auflösung der Werksfeuerwehr Weber Haus, einen MTW und ein TLF 8/18 geschenkt bekamen, musste die Fahrzeughalle erneut erweitert werden. Durch die Auflösung der Werksfeuerwehr und den damit verbundenen Erhalt der damaligen Meldeempfänger, konnte nun auch die Alarmierung per Funk erfolgen. Die bisherige Alarmierung über die Sirene im Ort fiel damit weg. Die Sirenen dienen heute nur noch dem Katastrophenschutz.

1999 genehmigte die Gemeinde den Umbau des Mannschaftsraumes. Am Umbau beteiligten sich die Linxer Löschmänner in 2000 Arbeitsstunden. Im Obergeschoss wurde ein, nach neuesten Erkenntnissen ausgestatteter, Mannschaftsraum ein Kommandantenbüro und sanitäre Einrichtungen geschaffen, die Einweihung fand 2000 statt. Der Raum wird oft als Schulungsraum der Rheinauer Feuerwehr genutzt.

 

2002 wurde unter der Leitung von Kurt Lasch erstmals eine Altersgruppe gegründet.

 

2007 wurde am Gerätehaus ein Fahnenmast errichtet und eine eigene Fahne der Abt. Linx angeschafft.

 

Die Auflösung der Weber-Werksfeuerwehr mit der  Übernahme des Löschfahrzeuges, des Mannschaftswagens sowie der gesamten Ausstattung fiel in die Amtszeit von Abteilungskommandant Günther Zimmermann und war Grund dafür, dass die Linxer Wehr materiell bestens ausgestattet ist. Der Besuch von Kindern des Kindergartens, die in die Schule wechseln, bei der Feuerwehr zählt zum festen Jahresprogramm. Günther Zimmermann führte die Linxer Wehr mit viel Geschick und Disziplin. Der Ehrenkommandant Kurt Lasch übernimmt die Führung der Altersgruppe.

 

 

Kommandantenwechsel

 

2009 stellte Günther Zimmermann auf eignen Wunsch das Amt des Abteilungskommandanten zur Verfügung. Als Anerkennung für 25 Jahren außergewöhnlich engagierte Amtsausübung wurde er mit dem goldenen Ehrenzeichen geehrt. In seiner Laudatio hob der Ehrenkommandant und Vorgänger Kurt Lasch die besonderen Leistungen von Zimmermann hervor.   

 

Als Nachfolger wurden 2009 Mark Köster zum Abteilungskommandanten und Erik Lacker zum Stellvertreter gewählt. Mark Köster war bereits fünf Jahre lang Vizekommandant In der immer schwieriger werdenden Ausbildung sieht der Kommandant heute die größten Schwerpunkte des Feierwehrdienstes. So wird es immer schwieriger Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen.

 

2013 Kurt Lasch gibt die Leitung der Altersgruppe ab und geht in den Feuerwehr-Ruhestand. Nachfolger der Altersgruppe wird Günther Zimmermann.

 

Die Abteilungsfeuerwehr Linx im Jahre 2014

 

Die Linxer Abteilungsfeuerwehr beantragt ein neues Löschfahrzeug. Die Mannschaftsstärke beträgt aktuell 41 Wehrmänner. Davon sind in der Aktivmannschaft 28 und in der Altersgruppe 13 Wehrmänner. 

 

 

Mannschaftsfoto von 2007
Mannschaftsfoto von 2007

Ansprechpartner:

Rainer Haag

Ortsvorsteher

Rathaus Linx

Tullastraße 21

77866 Rheinau-Linx

Tel. +49 (0) 7853 312

Fax +49 (0) 7853 998832

info@ov-linx.de

 

 

Dieter Heidt

Schriftführer

Grasweg 5

77866 Rheinau-Linx

Tel. +49 (0) 7853 1441

heidtdieter@t-online.de

BeachParty am 16.08.2014