Sportverein Linx e.V.

Die SVL Geschichte beginnt wohl vor dem 12. Juni 1949, aber an diesem Tag fand die Gründungsversammlung des Sportvereins Linx im Gasthaus „ Zur Blume“ statt. Der Beginn 21 Uhr ist wohl damit zu begründen, dass viele der Gründungsmitglieder noch einen landwirtschaftlichen Neben.- oder Hauptbetrieb hatten. Eine weitere Besonderheit für die damalige Zeit war mit Sicherheit der Umstand, dass sich unter den 38 Gründungsmitgliedern eines Fußballvereins auch eine Frau befand, nämlich Sofie Gerber, die spätere Frau von Wilhelm Pfistner, der ebenfalls Gründungsmitglied war, und dessen Namen ab diesem Zeitpunkt mit dem Geschehen des SVL bis zu seinem Tode im Jahr 2007 in einem Atemzug genannt wird. Als Gründungsvorstand wurde mit Artur Hetzel ein Mann berufen, der sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht hatte, Menschen, denen es schwer fiel sich vom Trauma des 2. Weltkrieges zu erholen, in Lebensgemeinschaften zusammen zu führen und ihnen wieder Freude am Leben zu vermitteln. Seine handgeschriebene Vereinschronik für die ersten Jahre nach der Gründung wird wohl bundesweit einmalig bleiben. Eine weitere Persönlichkeit aus diesem Kreis, die neben der aktiven Laufbahn dem Verein die ganze Freizeit bis an sein Lebensende opferte war Karl Weber. Mit Alfons Witz aus Achern als Trainer startete man im Gründungsjahr 1949 in den Spielbetrieb in der damaligen Kreisklasse Hanauerland. Die Eintrittspreise lagen damals bei 0,30 DM für Mitglieder und 0,50 DM für Nichtmitglieder. Aber aller Anfang war, wie so oft im Leben schwer.

Die Meistermannschaft von 1960

Die Meistermannschaft von 1960
Die Meistermannschaft von 1960

Es dauerte bis zur Saison 1959/1960 ehe die erste Meisterschaft unter Trainer Emil Baumert aus Kehl eingefahren werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt war Wilhelm Pfistner bereits fast 10 Jahre lang Schriftführer (später in Geschäftsführer umbenannt) des SV Linx. Die erste Meisterschaft für Linx errang allerdings die A-Jugend im Spieljahr 1956/1957. In diesem Zeitraum floss auch außerhalb des Spielbetriebes viel Schweiß. Bevor die von der Gemeinde als Spielfeld zur Verfügung gestellten „Stiermatten“ einigermaßen bespielbar waren, musste das Gras gemäht und zu Heu gemacht werden. Dieses Heu wurde dann verkauft. Der Erlös hierfür zählte zu den ersten Einnahmen des Vereins. 1959 wurde eine Flutlichtanlage mit Holzmasten errichtet.

 

Für die Stromversorgung musste von Hand ein Kanal für die Stromleitung vom damaligen Sägewerk Walter zum Sportplatz gegraben werden. Im gleichen Jahr trat Hans Weber auf die Bühne, der den SV Linx bis in die heutige Zeit, in einer einmaligen und beispiellosen Art prägen und zum Erfolg führen sollte. Hans Weber, dem auch wie vielen anderen der Krieg die Jugendjahre und seinen Vater raubte, wurde mit 22 Jahren, nach Arthur Hetzel (bis 1952), Jakob Heidt (bis 1956) und Oskar Pieper (bis 1958) am 4. Juli 1959 der vierte und mit 22 Jahren der jüngste Vorsitzende des SV Linx. Hans Weber versteht es hervorragend Visionen umzusetzen. Ein Jahr später übernahm er die Zimmerei Jakob Gerold und baute diese zum führenden Fertighausunternehmen in Deutschland aus. Aber zunächst ging der Weg des SV Linx holprig weiter, da man 1963 in die Kreisliga C zurückkehren musste, was aber der infrastrukturellen Entwicklung des Vereins keinen Abbruch tat. 1964 kam Günter Düll mit an Bord, zunächst als 2. Vorsitzender und ab 1968 bis 2004 leitete er das Ressort Kassen-Finanzenwesen. 1967 wurde das nicht mehr zeitgemäße Umkleidehaus in ein attraktives Clubheim umgebaut. Der Keller wurde von Hand ausgehoben. Alle Vorstandsmitglieder hafteten durch eine selbstschuldnerische Bürgschaft für das notwendige Baudarlehen. Angeblich waren die Ehefrauen darüber nicht informiert ? Ein Jahr später wurde dann der Rasenplatz eingeebnet und neu eingesät. Eine Maßnahme, die für die damalige Zeit nicht selbstverständlich war. Bereits zu dieser Zeit war es üblich, dass beim SVL französische Militärdienstleistende willkommen waren, und diese Integration französischer Fußballer gilt beim SV Linx bis heute.

 

Dann endlich 1973 die zweite Meisterschaft für den Seniorenbereich und den Aufstieg in die B-Klasse Nord Offenburg. 1975 werden die Trainingskapazitäten in Form eines neuen Hartplatzes erweitert. Im Jahr darauf trat Friedhelm Irrgang der Torhüter der 2. Mannschaft als 2. Vorsitzender ins Rampenlicht des SVL. Er (Verbandsehrennadel in Silber 1998) verkörperte als Sportlicher Leiter (später Manager genannt) im Verbund mit Hans Weber (DFB Verdienstnadel 1993), Wilhelm Pfistner (DFB Verdienstnadel 1993) und Günter Düll (Verbandsehrennadel in Gold 1996) den Erfolg bis in die dritthöchste Spielklasse in Deutschland. (1987).

 

Abgerundet wurde dieses Team durch Hans Schank und Willi Hummel als Mannschaftsbetreuer. Da der Mensch nicht allein vom Sport Leben kann, wollen wir auch an dieser Stelle an das erste Wirteehepaar Renate und Erwin Mannshardt erinnern, die zusammen mit ihren Töchtern über Jahre für das leibliche Wohl im Clubhaus sorgten. 1976 war das Jahr, in dem das Hölzelblatt zum Heimspiel gegen den SV Weier zum ersten Mal erschienen war. Um die Nutzung des Hartplatzes zu optimieren wurde im gleichen Jahr eine Flutlichtanlage errichtet. Mit der 1977 errungenen Meisterschaft in der Kreisliga B des Bezirks Offenburg wurde der Grundstein für die erfolgreiche Zukunft des SV Linx gelegt. Denn von nun führte der Weg sportlich steil bergauf, über die Meisterschaften 1979 in der Bezirksliga Offenburg (vormals A-Klasse) und 1981 in der Landesliga Staffel 1 war man in der höchsten Klasse des Südbadischen Fußballverbandes, der Verbandsliga angekommen. In diesen Zeitraum fällt auch der Umzug in die neue Sportanlage, die zusammen mit dem Bau der Hölzelhalle (Jetzt Hans-Weber-Halle) errichtet wurde. Neben einem neuen Clubheim, bezog man ein Geschäftszimmer, Umkleideräume und Duschen nach dem neusten Stand der damaligen Zeit. Im Keller wurde eine vereinseigene Bundeskegelbahn errichtet. Im Jahr 1987 wurde man Vizemeister, und hatte sich für die Relegation zur Amateuroberliga Baden-Württemberg qualifiziert. Was keiner für möglich hielt, der SV Linx setzte sich zunächst gegen den nordbadischen Vizemeister VfL Neckarau und dann gegen den Vertreter aus Baden Württemberg, den FC Tailfingen durch und stieg in die damals dritthöchste Spielklasse Deutschland auf. Unter Trainer Lothar Strehlau haben die Spieler, Rachid Mebarki, Pedro Almansa, Thomas Früh, Werner Pfitzner, Ralf Ruppenstein, Patrick Ehle, Bernd Schäfer, Benno Heitz, Martin Neumaier, Hans-Peter Wiegand, Robert Huber und Horst Bender den Aufstieg perfekt gemacht. Torhüter Johannes Himmelsbach brachte den Gegner mit Glanzparaden zur Verzweiflung. Inzwischen hatte auch die 2. Mannschaft eine Erfolgsstrecke hinter sich, denn man spielte seit 1986 in der Bezirksliga Offenburg. 3000 Zuschauer sahen das Saisoneröffnungsspiel unserer 1. Mannschaft in der Amateuroberliga gegen den Offenburger FV in Linx. Leider ist die 1. Mannschaft nach nur einer Saison wieder aus der Oberliga  abgestiegen, womit der Grundstein für den Begriff Fahrstuhlmannschaft gelegt war. Positiv für das Jahr 1988 bleibt die Meisterschaft der 3. Mannschaft in der Kreisliga B zu erwähnen. Dieser Erfolg wurde im darauf folgenden Jahr wiederholt. Mit einem Freundschaftsspiel gegen die Profis von Racing Strasbourg wurde die neue Flutlichtanlage am Rasenplatz 2 im November 1989 eingeweiht. Die Einweihung des Platzes war bereits im Rahmen des 40jährigen Vereinsjubiläums im Sommer des gleichen Jahres erfolgt. Bis zu einer erneuten Meisterschaft der 1. Mannschaft 1993 dauerte es 12 Jahre. In der Zwischenzeit war man zweimal Vizemeister in der Verbandsliga geworden, scheiterte aber jeweils in der Relegation. Die Meisterschaft der 2. Mannschaft in der Bezirksliga Offenburg machte den sportlichen Triumph des SV Linx in diesem Jahr perfekt. Der SV Linx sollte nun unter Trainer Patrick Ehle für vier Jahre in der Oberliga spielen. Spieler wie Olivier Grava, Hassan Tayebi, Yves Ehrlacher gaben nun den Ton auf dem grünen Rasen an und werden vielen Zuschauern unvergessen bleiben. Doch 1997 erwischte es unseren Verein erneut und der SVL stieg zum 2. Mal aus der Amateuroberliga ab. Dennoch erlebte der SV Linx  in der Zwischenzeit den bis heute absoluten sportlichen Höhepunkt in seiner Geschichte. 1994 wurde der SBFV (jetzt Rothaus) Pokal gewonnen, was zur Teilnahme an der 1. Runde des DFB-Pokal berechtigte. In einem denkwürdigen Spiel unterlag der SVL vor über 8000 Zuschauern im Kehler Rheinstadion dem Bundesligisten FC Schalke 04 denkbar knapp mit 1:2. Martin Suffner hatte den SV Linx zunächst in Führung geschossen.

 

DFB Pokalspiel gegen Schalke 04
DFB Pokalspiel gegen Schalke 04

Die 90 er Jahre waren auch die Zeit, in der, der SV Linx zusammen mit Radio Ohr Volksmusikveranstaltungen organisierte. Nahezu alle damaligen Stars der Volksmusik begeistern in ausverkauften Veranstaltungen das Publikum. Bevor 2003 die zweite Verbandsligameisterschaft gefeiert werden konnte, scheiterte man auch wieder zweimal in der Relegation zum Aufstieg in die Oberliga. Leider hielt auch dieses Mal die Zugehörigkeit zur Oberliga nur 1 Saison. Doch prompt stieg man nach der dritten Verbandsligameisterschaft 2005 wieder auf und das Jahr darauf wieder ab. Auf die vierte Verbandsligameisterschaft 2007 erfolgte der vierte Abstieg aus der Amateuroberliga. 2009 feierte man das 60jährige Jubiläum. Bis dahin hatte sich auch behutsam ein Generationswechsel beim SV Linx vollzogen. Hans Weber war 1992 zum Präsidenten unseres Vereins gewählt worden, Friedrich Wendling wurde 1. Vorsitzender. 2004 trat Günter Düll seinen wohlverdienten Ruhestand an, 2005 folgte ihm Wilhelm Pfistner und 2006 Friedhelm Irrgang, die beiden Letzteren aus gesundheitlichen Gründen. Die frei gewordenen Lücken wurden durch Leute der darauf folgenden Generation aus Linx geschlossen. Eine Zäsur gab es in der 2. Mannschaft, die 2002 ausschließlich mit LInxer Spielern neu gegründet wurde, und die trotz anfänglicher Schwierigkeiten, die denen von 1949 ähnelten, sich bis heute im Spielbetrieb behauptet hat.

 

2007 war ein schweres und trauriges Jahr für unseren Verein, mussten wir doch unsere Vorstandskameraden Wilhelm Pfistner und Friedhelm Irrgang, die ihren schweren Erkrankungen erlegen waren, zu Grabe tragen. Doch für uns musste das Vereinsleben weitergehen. Die fünfte Meisterschaft in der Verbandsliga Südbaden feierten wir 2010. Den Abstieg aus der Amateuroberliga mussten wir, wie so oft davor, im darauffolgenden Jahr hinnehmen. Alle, die unsere Mannschaft zum letzten Auswärtsspiel ins Carl-Benz Stadion nach Mannheim zum SV Waldhof begleiteten, werden dieses Spektakel nie vergessen. Über 11.000 Zuschauer wollten die Waldhöfer Meister werden sehen. Trotz des feststehenden Abstieges feierten wir mit den Waldhof Buben mit.

 

Heute im Jahr 2014 streben wir mit einer intakten und vollbesetzten Vorstandschaft wieder die höhere Klasse an. Heute betreut der SV Linx von den Bambinis bis zu den E-Junioren ca. 50 Kinder in eigener Regie. Ab den D-Junioren sind die Spieler in der SG Rheinau mit dem Ziel untergebracht, dass sie dann nach der A-Junioren zum Heimatverein zurückkehren. Für fußballtalentierte Mädchen ist ab den D-Juniorinnen der SC Sand unsere Ansprechadresse. Neben Fußball unterhält der SV Linx eine Jedermann Sportabteilung, eine gemischte Volleyballgruppe und eine Damen Gymnastikgruppe ist dem Verein angeschlossen. Die Motivation für uns den Verein zu leben ist die gleiche mit welcher der Verein gegründet wurde und mit derselben Hans Weber, mit 22 Jahren das Vorstandsamt angetreten hatte. Kameradschaft, Respekt ein  jeder Person gegenüber, ohne Rang und Namen, und natürlich das stete Bestreben gemeinsam Erfolg und Freude im Verein zu erleben, aber auch Leid zu teilen.

Im Namen der Vorstandschaft des SV Linx

Friedrich Wendling 1. Vorstand

Ansprechpartner:

Rainer Haag

Ortsvorsteher

Rathaus Linx

Tullastraße 21

77866 Rheinau-Linx

Tel. +49 (0) 7853 312

Fax +49 (0) 7853 998832

info@ov-linx.de

 

 

Dieter Heidt

Schriftführer

Grasweg 5

77866 Rheinau-Linx

Tel. +49 (0) 7853 1441

heidtdieter@t-online.de

BeachParty am 16.08.2014